Muss ich wegen der Depression in die Klinik?

Die depressive Störung ist eine der am meisten verbreiteten psychischen Erkrankungen der Welt und doch ist sie auch eine jener Krankheiten, um welche viele Mythen ranken.

Die einzelnen Symptome, der Verlauf der Krankheit sowie die unterschiedlichen Behandlungsbedürfnisse von Betroffenen sind es, die immer wieder Irrglauben und Missverständnisse hervorrufen.

Eines dieser weitverbreiteten Missverständnisse ist der Irrglaube, dass eine Depression immer direkt mit einer klinischen Behandlung im Zusammenhang stehen muss. Denn so ist es nicht, und da wir von einem unserer Leser die Frage gestellt bekommen haben, wann ein Klinikaufenthalt bei Depressionen nötig wird, möchten wir uns heute gezielt der Frage „Muss ich wegen der Depression in die Klinik“ widmen.

Die klinische Behandlung der Depression

Grundsätzlich ist die klinische Behandlung einer Depression eine jener Formen der Behandlung, die nur in sehr seltenen Fällen von einem Arzt als Notwendigkeit bezeichnet wird. In der Regel lässt sich sagen, dass ein Klinikaufenthalt bei leichten Formen der Depression nicht üblich ist.

Denn der Aufenthalt in einer Klinik und somit die ständige klinische Behandlung der Depression erfolgt nur dann, wenn der Schweregrad der Depression oder aber einzelne Symptome ein eigenständiges Leben unmöglich machen.

Ist ein Patient aufgrund seiner Depression nicht mehr in der Lage, seinen Alltag alleine zu bewältigen oder aber droht gar eine Gefahr für Leib und Leben des Patienten, dann ist die klinische Behandlung nötig.

Ist all das nicht gegeben und der Patient kann mit regelmäßigen Therapiesitzungen beim Arzt und einer abgestimmten Medikamentation seinen Alltag alleine bewerkstelligen, dann ist der Aufenthalt in einer Klinik nicht nötig.

    Die Vorteile der klinischen Behandlung:

  • Die Klinik bietet intensive Betreuung des Betroffenen
  • Die Klinik bietet intensive Behandlungsmöglichkeiten
  • Behandlungsziele sind oftmals sehr schnell spürbar

Denn letztlich liegen die Vorteile der klinischen Behandlung einer Depression darin, dass akute Auswirkungen der Depression in der Klinik sozusagen rund um die Uhr überwacht wie auch behandelt werden können.

Wann ist der Klinikaufenthalt bei Depressionen von Vorteil?

Doch natürlich gibt es auch Krankheitsverläufe, die einen Klinikaufenthalt vorteilhaft gestalten. Wenn eine Depression zum Beispiel sehr lange besteht und die regelmäßigen Therapiesitzungen nur vermindert anschlagen, dann kann ein zeitlich begrenzter Klinikaufenthalt durchaus seine Vorteile mit sich bringen.

Häufig sind diese aus medizinischer Sicht nicht nötigen, jedoch für den Behandlungsverlauf vorteilhafte Aufenthalte in einer Klinik in Form einer Kur anzutreffen. Hier werden die Betroffenen über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen gezielt behandelt, um so die Depression an sich, wie auch deren Ursachen gezielt behandeln zu können.

Typisch ist diese Form der klinischen Behandlung einer Depression allem voran im Bereich des sogenannten Burn-Out-Syndroms. Aber auch bei anderen Formen der Depression wie zum Beispiel der agitierte Depression kann ein Kuraufenthalt in einer Klinik eine nachhaltige Besserung der Gesamtsituation ermöglichen.

Wann ist der Klinikaufenthalt zwingend nötig?

Zwingend nötig wird die Behandlung in der Klinik jedoch erst, wenn der Schweregrad der Depression derart ansteigt, dass der Alltag des Betroffenen ohne ständige Betreuung nicht mehr vertretbar ist. Diese Situation kann von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst werden und ist die Entscheidung für eine klinische Betreuung in jedem Fall eine Entscheidung, die als letztes mögliches Mittel zum Schutz des Patienten getroffen wird.

    Gründe für eine nötige klinische Behandlung sind:

  • ein Selbstmordversuch des Betroffenen
  • eine akute Symptomatik des Betroffenen
  • die Unfähigkeit des Betroffenen seinen Alltag selbstständig zu bewerkstelligen
  • akute körperliche Begleiterscheinungen der Depression

Erst wenn diese oder weitere ähnlich akute Faktoren eintreten, ist der Aufenthalt in der Klinik zwingend nötig. Denn ist der Betroffene nicht mehr in der Lage seinen Alltag zu bewerkstelligen und wird die Depression so stark, dass das Leben und die Gesundheit des Patienten gefährdet sind, dann ist die Klinik die letzte Möglichkeit der intensiven und akuten Behandlung der Depression.

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