Mit wem über die Depression sprechen?

Gleich ob im direkten Anschluss an die Diagnose Depression oder aber im Vorfeld, wenn der Verdacht auf eine depressive Störung immer intensiver wird, Betroffene stehen oftmals vor dem Problem nicht zu wissen mit wem sie über die Depression sprechen können.

Denn die Frage „Mit wem sollte ich über meine Depressionen sprechen?“ ist weit verbreitet und doch ebenso oftmals mit starken sozialen Ängsten verbunden. Denn die Angst vor Ablehnung und Unverständnis ist oftmals enorm stark.

Warum ist das “über die Depression sprechen” so schwer?

Doch warum ist das so? Warum ist für viele Betroffene die Angst vor einem klärenden Gespräch so überaus groß? Nun die Antwort auf diese Frage – welche sich im Übrigen viele Betroffene Tag ein Tag aus selbst stellen – ist denkbar einfach und leider auch sehr bitter.

Das Unverständnis der Mitmenschen, mögliche Vorurteile, die in der Gesellschaft weit verbreitet sind und soziale Tabus machen es vielen Betroffenen oftmals überaus schwer, über die Krankheit, deren Auswirkungen und Folgen zu sprechen.

Doch eben jenes Gespräch ist wichtig, um zu erkennen, dass man mit der Krankheit nicht alleine ist. Die Angehörigen und hierbei allem voran Familie und Freunde sind wichtig um den Kampf gegen die Depression aufnehmen zu können und so sollten Betroffene trotz Angst und Unsicherheit schon frühzeitig zumindest versuchen mit einer vertrauensvollen Person über die Depression und ihre Auswirkungen auf den Alltag zu sprechen.

Wie findet man den richtigen Ansprechpartner?

Natürlich sollten Betroffene nicht mit jeder x-beliebigen Person über ihre Krankheit sprechen. Vertrauen, Verständnis und Einfühlungsvermögen sind hierbei grundsätzlich wichtige Aspekte, die ein Ansprechpartner besitzen muss, um letztlich wirklich eine Hilfe für den Betroffenen sein zu können.

Oftmals sind es Familienangehörige oder aber auch gute Freunde, die als Erste über die Erkrankung informiert werden. Doch natürlich muss man als Betroffener einer Depression nicht zwingend mit Familienangehörigen oder guten Freunden sprechen. Es kann auch eine außenstehende Person sein, wie zum Beispiel ein Pfarrer, ein Mitarbeiter der Seelsorge oder aber eine qualifizierte Person wie zum Beispiel ein Arzt, die als Ansprechpartner der ersten Stunde fungieren und so den Leidensdruck für den Betroffenen mit Verständnis, Einfühlungsvermögen und Hilfsbereitschaft lindern.

    Wichtig Eigenschaften der Ansprechperson sind:

  • Verständnis
  • Einfühlungsvermögen
  • vorurteilfrei auf die Situation eingehen
  • vertrauensvoller Umgang mit den Problemen des Betroffenen

Die Frage „Wie findet man den richtigen Ansprechpartner“ ist somit von vielen persönlichen Faktoren abhängig. Denn letztlich ist ein Faktor immer wieder maßgeblich entscheidend und der ist das Vertrauen des Betroffenen in die Person, derer er sich anvertrauen möchte.

Wie und wann sollte man das Gespräch suchen?

Ist das Vertrauen in eine Person dann gefunden, gilt es noch den rechten Augenblick zu finden. Oftmals ist dieser von den Unsicherheiten und Hemmungen des Betroffenen geprägt. Nicht immer kann ein Erkrankter direkt aus dem Stegreif heraus über seine Krankheit sprechen. Doch das muss man auch gar nicht!

Wichtig ist genau in dem Augenblick über die Depression zu sprechen, wenn man sich danach fühlt. Ob das nun bei einer Tasse Kaffee oder Tee, bei einem Spaziergang oder aber in welcher Situation auch immer ist, das hängt letztlich ganz vom Betroffenen hab. Die Depression macht das Leben schwer genug, man sollte sich also selbst keinen zusätzlichen unnötigen Stress mit der Frage nach dem „Wann, und wie man das Gespräch auf die Depression bringen sollte“ machen.

Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wird ein Betroffener es spüren und von ganz alleine über die depressive Störung, ihre möglichen Ursachen und Auswirkungen sowie die möglichen Therapieformen sprechen.

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