Die Erwartung an die Selbsthilfegruppe

Der Entschluss in der Gemeinschaft einer Selbsthilfegruppe der Depression zu begegnen ist immer wieder auch ein Entschluss, der eng mit Erwartungen und Hoffnungen verbunden ist.

Es ist die Gemeinschaft der Gruppe, dass „Wir-Gefühl“ innerhalb einer Selbsthilfegruppe dass nicht selten entscheidend zum Heilungsprozess der Depression beiträgt.

Doch so wirkungsvoll und vielseitig die Selbsthilfegruppe für jedes einzelne Gruppenmitglied auch sein mag, die Erwartungen an die Selbsthilfegruppe sowie die Bereitschaft eigene Grenzen auszuloten, ist unersetzlich, wenn es gilt, mithilfe der Selbsthilfegruppe der depressiven Störung die Stirn zu bieten.

Welche Erwartungen kann man an die Gruppe stellen?

Grundsätzlich ermöglicht eine Selbsthilfegruppe verschiedenste Aspekte, die für sich alleine oder aber in Kombination zueinander die Depression abschwächen oder aber langfristig gesehen sogar erheblich reduzieren können.

Zu den häufigsten Erwartungen die Mitglieder von Selbsthilfegruppen an ihre Gruppe stellen zählen mitunter der Erfahrungsaustausch, die Unterstützung in Krisenzeiten aber auch die aktive Freizeitbeschäftigung mit der Gruppe. So also sind die möglichen Erwartungen an die Selbsthilfegruppe meist ebenso unterschiedlich und vielseitig, wie es die einzelnen Mitglieder der Gruppe oftmals sind. Zu den häufigsten Erwartungen an die Selbsthilfegruppe zählen:

  • Der Wunsch mehr über sich selbst zu erfahren.
  • Der Wunsch mehr Wissen über die Krankheit zu erlangen.
  • Die Suche nach einem tragenden Netz in Krisensituationen.
  • Der Wunsch über die Krankheit sprechen zu können.
  • Der Wunsch mit der Krankheit leben zu lernen.
  • Die Suche nach Kontakten für die Freizeitgestaltung.
  • Der Wunsch anderen Betroffenen zu helfen.
  • Der Wunsch sich in der Öffentlichkeit für Enttabuisierung zu engagieren.

Doch natürlich sind es oftmals auch weitere und nicht selten sehr persönliche Erwartungen, die als Anstoß für den Besuch der Selbsthilfegruppe fungieren.

Sind alle Erwartungen an die Gruppe möglich?

Doch so vorteilhaft die Selbsthilfegruppe letztlich auch sein mag und so oft Erwartungen einzelner Mitglieder auch erfüllt werden, nicht immer ist es möglich, die Erwartungen an die Gruppe im Alltag zu realisieren.

Allem voran, wenn es um sehr „ichbezogene Erwartungen“ geht, ist es oftmals, sodass Selbsthilfegruppen den Erwartungen ihrer Mitglieder nicht mehr gerecht werden können. Die Gemeinschaft macht die Selbsthilfegruppe im Kampf gegen die Depression stark, Egoismus hingegen schwächt die Gruppe nachhaltig und kann sogar zum Zerfall der Gruppe führen.

So also sollte jedes Gruppenmitglied seine Erwartungen immer in einem Rahmen halten, der der Gruppe zuträglich ist und der auch wirklich erfüllbar ist. In Krisenzeiten mag die Gruppe sich auf ein einzelnes Mitglied durchaus fokussieren können, dauerhaft sollten jedoch nicht die Interessen einer einzelnen Person im Fokus stehen.

So also muss in jedem Fall gesagt werden, dass nicht alle Erwartungen an eine Selbsthilfegruppe möglich sind. Mit Verständnis, Teamgeist und dem Wunsch sich gegenseitig zu helfen, können sich die einzelnen Mitglieder einer Selbsthilfegruppe jedoch gegenseitig stärken und so die Depression im Alltag ein großes Stück weit erträglicher machen und womöglich noch dazu beitragen, das Stigma der Depression und die Vorurteile die rund um die Krankheit ranken zu schmälern.

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